Unser Reisetagebuch

09. Juli 2011

Beim Betreten der Ankunftshalle des Internationalen Flughafens in Faaa begrüssten uns drei Musikanten mit einheimischer Musik. 

Sofort bemerkte man auch, man befand sich fast auf europäischem Territorium, - gab es doch einen besonderen Zugang für EU-Bürger - und die Passkontrolle verlief unkompliziert und schnell. Kein Vergleich zu dem, was wir 12 Stunden vorher in Los Angeles erlebt hatten:  lange Wartezeiten, Fingerabdrücke abgeben und fotografiert zu werden bei der Einreise!.

Olivier mit seiner zukünftigen Frau und einem Teil der „neuen“ grossen Familie begrüssten uns mit Blumenkränzen, die uns um den Hals gelegt wurden. Der Duft der Blumen war angenehm und exotisch und liess sofort Urlaubsstimmung aufkommen. Neben den Blumenkränzen gibt es, besonders, für die Frauen, zum Empfang auch Blumenkränze und Kränze aus geflochtenen, mit Blumen verzierten Palmenblättern. Daneben erhielten wir jede Menge wunderbarer Ketten aus Muscheln, diese jedoch meistens erst bei der Verabschiedung.

Nachdem wir uns zunächst einmal mit heimischem Geld (Pacific Franc, 1 CHF= 100 PF) und Mietwagen eingedeckt hatten, fuhren wir im Mietwagen und Minibus nach Punaauia, ins Sportstadion. 

Dort trafen sich alle Frauen der Protestantischen Kirche zum Frauentag, der alle 2 Jahre stattfindet. Erwartet wurden ca. 2’000 BesucherInnen, die bei Tanz und Musik einen kirchlichen Frauentag abhielten.

Unsere zukünftige Schwiegertochter mussten wir leider dort wieder verlassen und wir setzten unsere Fahrt entlang der Küste nach Vairao fort. 

Ca. 30 Mitglieder der neuen Familien unseres Sohnes erwarteten uns schon voller Ungeduld. Mit viel Musik und Herzlichkeit wurden wir empfangen. Das uns angebotene Frühstück war mehr als reichhaltig und die gereichten Kokosnüsse krönten das opulente Morgenmahl.

Danach ging es im Minibus weiter zu unserem Gästehaus.  So langsam traten auch die ersten Ermüdungserscheinungen dieser langen Reise auf. 

Nachdem die Zimmer verteilt waren, und wir uns für das Erste ein wenig eingerichtet hatten und eine kleine Erholungspause einlegen konnten, stand einem Strandbesuch und einem ersten Bad im Ozean nichts mehr im Wege.; Lufttemperatur 28º C, Wassertemperatur ca. 24º C. 

Tahiti und seine Inseln haben ein sehr angenehmes tropisches Klima. Von den Passatwinden abgekühlt, gibt es kaum eine Veränderung der Temperaturen: die Lufttemperatur beträgt das ganze Jahr über ca. 28º C, Sommer wie Winter. Im Winter  jedoch kühlt es sich am Abend etwas ab. 

Es ist niemals zu heiss oder zu kalt, und die Jahreszeiten sind sich sehr ähnlich, so dass man nie weiss, welcher Monat es gerade ist. Von November bis März ist die heisse Jahreszeit, von April bis Ende Oktober die kalte Jahreszeit, aber richtig kalt ist es nie. Die Regenzeit ist zwischen Dezember und Januar, manchmal reicht sie bis in den Februar hinein. Auch hierzulande spricht man vom Klimawechsel.

Tahiti und seine Inseln haben ein sehr angenehmes tropisches Klima. Von den Passatwinden abgekühlt, gibt es kaum eine Veränderung der jährlichen Temparaturen. Es ist niemals zu heiss oder zu kalt und die Jahreszeiten sind sich so sehr ähnlich, dass man nie weiss, was für einen Monat es gerade ist.

Unsere Gastgeber, Elvina und ihr Mann Gustave, sowie Tamateau - der jüngste Bruder von Olivier's zukünftiger Schwiegermutter, der mit Ravanui zusammen lebt und somit gleichzeitig der Schwiegersohn von Elvina und Gustave ist - taten alles Erdenkliche für unser Wohlgefühl und die Eingewöhnung an unsere neue Umgebung.

Als wir im Haus von Elvina und Gustave ankamen, wurden wir von zwei Pitbull-Hündinnen begrüsst,: Runa mit Tochter Princess. So ganz wohl fühlte ich mich zunächst nicht, jedoch machten die Hunde einen sehr, sehr lieben Eindruck und unsere Kohabitation während  unseres Aufenthaltes war hervorragend. Gleichzeitig vermittelten die Hunde auch viel Schutz, denn in unserer Abwesenheit bewachten sie das stets unverschlossene Haus und wir fühlten uns mit den Hunden sehr sicher.

Bei einem guten Abendessen in einem kleinen Restaurant an der Strandpromenade von Vairao liessen wir den ersten Tag unserer Reise ausklingen und fielen todmüde in unsere Betten.

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10. Juli 2011

Geweckt wurde ich an meinem ersten Tag von lautem Hundegebell und einem Wettkrähien aller Hähne der Umgebung. So war es auch jeden Morgen, und mit der Zeit hatte man sich an dieses ungewöhnliche Konzert zur frühen Morgenstunde gewöhnt.

Auch heute wieder wurden wir von unseren Gastgebern verwöhnt. Das Frühstück war garniert mit den exotischen Früchten der Insel, die wir - abgesehen von Mangos und Papaya- in Europa nirgends finden können. Jedoch sind die Mangos und Papaya hier im Geschmack ganz anders. 

Hier eine kleine Aufstellung:

Pacay-Frucht  - schmeckt ausgezeichnet, ist aber nicht sehr verbreitet

Ramboutan - entspricht „haarigen“ Litschis

Pomme Etoile - Polynesischer Apfel

Coeur de Boeuf - Jogurtartige Frucht, sehr viel Geschmack

Karambole = Sternfrucht

Um 10:00 Uhr begann der Gottesdienst. Als Gäste der Gemeinde mussten wir uns in die erste Reihe setzen. Mein Freund Paul wurde sogar gebeten, auf der Tribüne, die nur den Pastoren und Diakonen vorbehalten ist, Platz zu nehmen. 

Der Gottesdienst war geprägt von den verschiedenen Gesängen der Gemeinde, die in fünf verschiedene Chöre eingeteilt ist, entsprechend den verschiedenen Familien. Die Rolle des Pfarrers bestand lediglich darin, die  Predigt zu halten, uns zu begrüssen und einige Ankündigungen zu verlesen. Eröffnet wurde der Gottesdienst von zwei Damen, die auch den liturgischen Teil übernahmen und als Diakone für die Kirche arbeiten. Nach 1,5 Stunden waren wir bestens gelaunt, und von der Herzlichkeit und der Freude, die die Gemeinde ausstrahlten, eingenommen. 

Zum Mittagessen hatte uns die Familie von Moerava eingeladen.  Im Gegensatz zu unserer Begrüssung bei der Ankunft in Tahiti, war es sehr schwierig, den Überblick zu bekommen, wer wie mit wem verwandt ist. Es gab neue Onkels und Tanten und es waren sicherlich mehr als 40 Erwachsene und eine grosse Menge an Kindern und Jugendlichen anwesend. Dazu jede Menge an Hunden und einige Katzen.

Der Tisch war übersät mit zahlreichen Spezialitäten des Landes, z.B. rohem Thunfisch in Kokosnussmilch , mit Zwiebeln und anderem exotischen Gemüse eingelegt. Verschiedene Kartoffelarten, die mit unseren europäischen Kartoffeln schwer zu vergleichen sind. Sie sind weicher, etwas mehliger und seidig im Geschmack.

Dazu unzählige Gemüsearten, An Fleisch wurde Schweinefleisch gereicht, das teilweise geräuchert war und einen exzellenten Geschmack hatte. 

Fleisch wird meistens gegrillt. Unsere Gastgeber haben eine sehr, sehr grosse Grillstätte im Garten, den typischen polynesischen Erdofen. - keine Überraschung  bei den vielen Mäulern, die sich dort häufig zusammenfinden! In einer Mulde mit festgestampfter Erde legt man zunächst Holz hinein eingerahmt von unzähligen Vulkansteinen. Die gibt es in Tahiti fast überall.

Danach wird das Holz mit Benzin angezündet, und die Vulkansteine zu erhitzen. sich. Der Grill, vielmehr ein Grillkorb, wird dann über dien Vulkansteinen befestigt und das Fleisch ist innerhalb weniger Minuten zum Verzehr bereit. Ein Schwein hatte man bereits geschlachtet, das zweite Schwein quieckte noch fröhlich, aber seine Tage waren schon gezählt.

Schweine gibt es genügend auf Tahiti, Rinder dagegen weniger. Wir haben gerade einmal vier Kühe während unseres Aufenthaltes gesehen. Rindfleisch wird hauptsächlich aus Neuseeland importiert.

Wein hatte man extra für uns eingekauft. Man muss wissen: traditionell wird zu den Mahlzeiten kein Alkohol getrunken. Bier ist sehr beliebt; das einheimische ist ein sehr gutes Bier, kein Unterschied zum deutschen Bier.

Beim Mittagessen wurden wir gebeten, die Finger zu benutzen und auf Bestecke zu verzichten. Diese Art des polynesischen Essens wird lediglich am Sonntagmittag gepflegt. Für uns eine Premiere - für Paul und Gudrun nicht, sie kannten diese Esssitte schon aus Indien.

Wir nahmen uns entsprechend Zeit beim Essen, waren aber andererseits über die Geschwindigkeit unserer Gastgeber sehr überrascht. 

Das Ganze fand selbstverständlich bei Musik aus einer riesigen Audio-Anlage statt, diese findet man in fast allen Haushalten. 

Am Nachmittag musste ich die Brautleute nach Papeete bringen, da Moerava wieder zurück zum theologischen Seminar musste. 

Olivier hat mir anschliessend die Altstadt von Papeete gezeigt, sowie die verschiedenen Stationen seines Aufenthalts im letzten Jahr, als er in Tahiti ankam.

Die Stadt war ausgestorben, da die Hauptstädter die nahegelegene Insel Moorea besuchen oder ihre Familie in den kleineren Städten aufsuchen.

Bei dieser Fahrt erfuhr ich von meinem Sohn so einiges über das Leben auf Tahiti .

Busse gibt es, jedoch der Fahrplan ist nur auf dem Papier gut. Einmal hat Olivier 6 Stunden benötigt, um von Papeete nach Vairao zu kommen. Normalerweise dauert die Fahrt ca. 2 Stunden.

Das Unterhaltungsprogramm für Touristen ist sehr bescheiden, besonders für Jugendliche ist das Angebot sehr klein.

Jedoch bieten die Landschaft und das Meer eine Menge Abwechslung. Surfer und Botaniker sind hier im Paradies. Es wird wenig Geld in die Infrastruktur investiert.

Ein wunderschöner Golfplatz ist vorhanden und für Segler und Bootsfahrer steht ein sehr moderner Yachthafen zur Vefügung. 3 Luxushotels runden die Infrastruktur ab. Für weniger betuchte Touristen gibt es Privat-Pensionen, besonders auf den kleinen Inseln sollen diese sehr angenehm und vorteilhaft sein.

Das Mobiltelefonnetz ist gut ausgebaut, F-VINI ist einziger Anbieter. Prepaid-Karten für Touristen sind einfach erhältlich, aber Achtung: kein Roamingabkommen, Vodafone BlackbBerry funktioniert nicht, noch nicht einmal der Telefondienst; SMS geht auch nicht. Mit meinem Swisscom-Telefon konnte ich zwar SMS versenden, jedoch erhalten nur dann, wenn die SMS aus dem Swisscom-Netz kam. Telekom-Kunden erhalten keine Anrufe, können jedoch im Vini-Netz telefonieren. Auch hier funktionierte der BlackBerry nicht, Urlaubsgenuss pur :-).

Internet funktioniert sehr gut, wenn man einen öffentlichen Hotspot gefunden hat. Eine Stunde Internet kostet ca. 5.- CHF. Die Karten hierfür kann man in bei der Post und in verschiedenen Läden kaufen, aber der Kauf ist auch online möglich. 

Auf den Strassen sieht man auch ab und zu Luxuswagen der Marken Porsche (Cayenne), BMW X3 und 5, GT, und viele Mercedes, meist jedoch ältere Modelle. Die Mehrzahl der Bevölkerung fährt japanische und koreanische Autos mit Vierradantrieb, meistens kleine und grössere Pick-Up's.

Mietwagen sind knapp und grössere Mietwagen für Gruppen, wie unsere kleine Gruppe von 7 Personen, ganz rar. 

Verlässlichkeit ist zwar vorhanden, jedoch sollte man nicht unbedingt darauf vertrauen. Man muss viel wiederholen, erinnern, sich absichern, sonst passiert nichts. Aber es gibt ganz viel Freundlichkeit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Letzte Woche wurde ein irischer Tourist überfallen. Die Kriminalität ist sehr niedrig auf Tahiti. Der Überfall verlief zum Glück glimpflich ab. Der Mann bekam ein Mittagessen beim Präsidenten und ein Hotelier spendierte 1 Woche Gratisurlaub. 

Unser erster Eindruck von Tahiti: hier lässt sich mehr machen. Das Land ist nicht 1. Welt, aber auch nicht 3. Welt und auch nicht Frankreich. Irgendwo dazwischen, schwer zu bestimmen, und für die Einheimischen nicht sehr einfach, damit umzugehen.

Der Tag beginnt in der Regel um 5:00 Uhr morgens, Geweckt wird man von den Hähnen in der Nachbarschaft, und auch die zahlreichen Hunde, die fast alle sehr friedlich sind, melden den neuen Tag pünktlich an. Geschäfte öffnen um 07:00 Uhr und schliessen schon zum Teil ab 15:00 Uhr; ab 17:00 Uhr wird es Abend und die Dunkelheit bricht ein.

In unserem Viertel kam jeden Morgen um 7:00 Uhr ein kleiner rollender Laden. Das damit verbundene Hupkonzert stört nicht, letztlich muss man nicht zum Bäcker fahren, und neben der Tageszeitung gibt es eine Menge an kleinen Dingen, die man für den täglichen Gebrauch dort kaufen kann.

An Brot gibt es nur das französische Weissbrot, Baguette, und mit 0,50 CHF ist das Brot sehr preiswert. Der Brotpreis ist staatlich festgelegt. Für die kinderreichen Familien - 6 Kinder und mehr sind keine Seltenheit - ist dies sehr, sehr wichtig. 

Der Trend zur Grossfamilie ist rückläufig. Die jetzige Generation hat max. 2-3 Kinder, oft sogar nur 1 Kind.

Am Abend besuchten wir einen Volkstanzabend mit einer Tanzgruppe aus Hawaii, die polynesische Tänze vorführte. Mehr hierzu im Video. Es sollte nicht der einzige Folklore-Abend während unseres Aufenthaltes sein.

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11. Juli 2011

Heute stand wieder eine Fahrt nach Papeete an. Vor einer Hochzeit gibt es ja viel zu organisieren.

Wir besuchten auch die Markthalle, die sich mitten in der Altstadt befindet. Ab 5:00 Uhr morgens kann man hier einkaufen. Neben Gemüse, Früchten und Blumen findet man im Obergeschoss Restaurants,  viele Textilien und Souvenirs, nicht nur für Touristen. Vor der Markthalle werden die berühmten schwarzen Perlen und der dazugehörige Schmuck angeboten. Auch eine bei Einheimischen beliebte Mischung aus Früchten und Kräutern, die gegen alle möglichen Krankheiten gut seien, wird hier verkauft.

Ein bunter Platz, lebendig und sehenswert. 

Der Stadtkern ist sehr überschaubar; ein Vormittag reicht für die Besichtigung völlig aus.

Auf unserer Rückfahrt nach Vairao gingen wir im französischen Supermarkt Carrefour einkaufen, einer befindet sich an der West-, und einer an der Ostküste. Hier findet man alles, was man auch in Frankreich finden kann. Daneben werden viele Produkte aus Neuseeland, USA und Japan angeboten. Billig ist es gerade nicht. Neben Carrefour gibt es noch Champion-Super- und Hypermärkte.

Im Carrefour gibt es gelbe Himbeeren aus den USA, tiefgefrorene Austern und Dosenbutter aus Neuseeland, deutsches, italienisches und französisches Mineralwasser. Das ist schon unverständlich, gibt es doch auf Tahiti viel und auch gutes Wasser, bzw. Mineralwasser, jedoch ohne Kohlensäure.

Wir benutzten diesmal für die Rückfahrt die Route an der Ostküste entlang, mit herrlichem Blick aufs Meer und die wilde Bergwelt mit ihren Dschungelwäldern auf der gegenüberliegenden Strassenseite.

An der Ostküste sind weniger Korallenriffe vorhanden - somit schlägt die Brandung direkt gegen die Küste. Folglich gibt es hier auch nur wenige, zum Baden geeignete Strände.

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12. Juli 2011

Erneute Fahrt nach Papeete. Heute wollten wir unsere Reise nach Moorea und Bora-Bora organisieren. Paul und Gudrun organisierten Ihre Reise nach Tikahoe und Rangiroa, die Inseln wollen sie im Anschluss nach Bora-Bora besuchen. Wir hätten gerne auch Tara besucht, jedoch ist dies von Bora-Bora aus nicht einfach und wir heben uns dieses Vorhaben für unseren nächsten Besuch auf.


13. Juli 2011

Überfahrt mit der Fähre nach Moorea. Unsere Autos kamen in die Hauptfähre und wir mussten mit dem Katamaran fahren, da auf der Hauptfähre Benzin transportiert wurde. Die Überfahrt dauert zwischen 35 und 50 Minuten, je nach Bootstyp.

John Doom, den wir schon von Genf her kennen, er war lange Jahre der Vertreter der Ev. Reformierten Kirche im Pazifik, hatte uns ein Privatquartier bei seinen Freunden Jeanine und Georges  organisiert. Georges war Pfarrer in Neu-Kaledonien und zuletzt Pfarrer in der Hauptkirche in Papeete.

Das Ehepaar betreibt jetzt im Ruhestand eine Vanille-Plantage, die uns auch sofort, nach dem wir unser Gepäck ausgeladen und die Zimmer bezogen hatten, gezeigt  wurde.

Die Vanillepflanze blüht zweimal im Jahr, von Juni bis Juli und von Dezember bis Januar.  Die Erntezeit dauert jeweils 3 Monate, und  anschliessend müssen die Pflanzen getrocknet werden; erst dann kann man den Vanillegeschmack riechen.

Damit aber überhaupt eine Vanillestange wächst, muss zuvor von Hand der weibliche Teil der Blüte durch den männlichen Teil befruchtet werden. Viel Arbeit, bis die Vanille in den Handel kommt. 

Nach dem wir einen ersten Eindruck von der wunderschönen Landschaft und der Herzlichkeit unserer Gastgeber erhalten hatten, wurden wir zum Mittagessen in ein französisches Restaurant eingeladen. Evelyne erkannte sofort den Besitzer wieder, Monsieur Didier Martinez. Bei Dr. Google war sie auf seine recht interessante Website gestossen, die nicht nur Auskunft über seine kulinarischen Künste gibt, sondern auch über seine Männlichkeit und die Sitten des Landes -:). Später stellte sich heraus, dass es nicht Didier war, sondern ein anderer Gastronom. Aber entsprechend seiner Gesichtsröte kann man davon ausgehen, dass sein Leben auf Tahiti ähnlich verlief, wie der seines Kollegen.

Mehr findet Ihr unter: http://www.tahitiguide.com/~aito/@fr/sites/1/article.asp

Das Restaurant, Le Martinez, ist sehr zu empfehlen, das Preis-Leistungsverhältnis ist ok, hinzu kommt die Gastfreundschaft des Patrons.

Anschliessend haben wir dann den öffentlichen Strand besichtigt, der sich in der Nähe des Flughafens befindet. Feiner Sandstrand. 

Weiter nördlich befindet sich ein zweiter öffentlicher Strand, mehr gibt es nicht an öffentlichen Stränden. Die anderen, schönen Strände liegen vor den Hotelanlagen Sofitel, Hilton, Intercontinental usw. und den zahlreich vorhandenen Ferienanlagen. Hier kann man wohnen, jedoch gibt es nur einen eingeschränkten Restaurantbetrieb.

Ganz in der Nähe unseres Gästehauses befindet sich direkt am Strand eine kleine Ferienanlage. Dort beobachteten wir einen spektakulären Sonnenuntergang.

Am Abend besuchten wir erneut eine Folklore-Show in einem kleinen Dorf, TIKI-Village, das extra für die Touristen errichtet wurde. Neben den typischen Tänzen Polynesiens bekamen wir diesmal wunderbare Trachten zu sehen. Die Show dauerte ca. 80 Minuten und kostete pro Person 50.- CHF. (siehe auch unter Videos).

Am nächsten Tag hätte man dann das Dorf besichtigen können, um die verschiedenen Techniken des heimischen Kunsthandwerks, besonders was Perlenschmuck, Herstellung von Blumenkränzen und Blumen- und Muschelketten sowie Textilarbeiten betrifft,  kennen zu lernen.

Zweifelsohne zählt Moorea zu den schönsten Inseln von Französisch Polynesien. Die Insel ist sehr gepflegt. Elektrizitätsleitungen müssen unterirdisch verlegt werden und stören somit nicht die herrlichen Landschaftsbilder. 

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14. Juli 2011

Heute nun wollten wir die herrlichen Strände von Moorea geniessen.

Wir entschlossen uns, zum Hibiscus Hotel zu fahren und dort den Hotelstrand aufzu- suchen. Die Hotels haben die schönsten Strände auf Moorea. 

Zunächst besichtigten wir am Vormittag die älteste Kirche von Tahiti, die 1822 auf Moorea erbaut wurde. Die Rundfahrt von 60 km schafft man leicht in 2 Stunden. Hält man jedoch öfters an,  um sich an den herrlichen Bildern der Landschaft oder der Strände und der Vielfarbigkeit des  Meeres zu erfreuen, sollte man einen vollen Vormittag einplanen.

Dort wurden gerade die Teilnehmer einer Kreuzfahrt an Land gesetzt und ein älterer Herr versuchte, mich als Taxifahrer anzustellen. Ich dachte zunächst, ich hätte ihn nicht richtig verstanden, der amerikanische Akzent war sehr stark; auf Nachfrage musste ich ihn allerdings enttäuschen, dass ich keinen Taxidienst betreibe und ebenfalls Tourist bin. 

Die Gruppe ging dann geschlossen zu einem der nahegelegenen Luxushotels für zum Mittagessen und der Weg dorthin war für die Gruppe, die hauptsächlich aus älteren Menschen bestand, bei der Hitze sicherlich nicht einfach.

Am Abend feierten wir dort  den französischen Nationalfeiertag im Restaurant. 

Die Tahitianer schliessen zwar am 14. Juli alle Geschäfte und es gibt auch eine Militärparade in Papeete, jedoch ist der 29. Juni ihr eigentlicher Nationalfeiertag. 

Am 29. Juni 1980 erhielt Tahiti von Frankreich mehr Selbstbestimmungsrechte und auch eine eigene Verfassung und Gesetze wurden verabschiedet. Die Justiz auf Tahiti ist zwar unabhängig, jedoch wird hauptsächlich französisches Recht angewandt. Aber es gibt Unterschiede, z.B. was die Festsetzung von Straf- oder Bussgeldern betrifft. 

Ein angenehmer, ruhiger Tag.

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15. Juli 2011

Nachdem wir uns von unseren Gastgebern Jeanine und Georges Pittmann verabschiedet hatten, fuhren wir noch einmal die Küstenstrasse entlang und machten einen Abstecher in die Berge. 

Auch hier stellten wir fest, dass es wesentlich praktischer gewesen wäre, einen Geländewagen anzumieten. Dennoch, unser Ford Fiesta brachte uns sicher durch die Route d'Ananas und auf 1’200 m zu einem wunderschönen Aussichtspunkt, dem Belvédère. Hier hatte man eine herrliche Aussicht, einerseits auf die Bergwelt und andererseits auf die Cook-Bucht und die Opunohu Bucht. Auf den Bildern sieht sieht man auch die "Pacific Pearl", ein Kreuzfahrtschiff der P&O-Reederei. Die Passagiere hatten wir ja schon am Vortag kennengelernt.

Nachmittags ging es wieder mit der Fähre zurück nach Tahiti und dann von Papeete nach Vairao. 

Zwischenzeitlich war nun endlich auch unser Freund Amin angekommen, der einen sehr abenteuerlichen Flug von Los Angeles nach Papeete hinter sich hatte. 

Unsere europäische Gruppe war nun vollständig. 

Am Abend waren dann die Familien der Brautleute zur Vorbereitung des Gottesdienstes beim Pfarrer versammelt.

Neben den organisatorischen Fragen: wer sitzt wo, wer kommt zuerst in die Kirche (hier ist es Sitte, dass die Braut zuerst die Kirche betritt und danach der Bräutigam), stand die Namensdiskussion im Mittelpunkt.

Nun, was ist dies? Gemäss der tahitianischen Tradition erhalten die zukünftigen Eheleute einen gemeinsamen Namen für die Gemeinde. Es gibt dann nicht mehr in der Gemeinde Olivier und Moerava, sondern Te anuanua tene (Mann) und Te anuanua vahine (Frau). Te anuanua bedeutet der Regenbogen - die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Dies ist der Name, den wir gemeinsam mit unserem Freund John Doom ausgesucht haben, in Anlehnung an das Buch Genesis, Kapitel 9, Vers 13 ("meinen Bogen stelle ich in die Wolken; der soll das Zeichen des Bundes zwischen mir und der Erde sein!").

Wohlgemerkt gilt dies nur für die Kirchengemeinde, beim Standesamt geht es wie in Frankreich zu. 

Der Name wird von der Familie des Mannes vorgeschlagen. Der Brautvater verkündet den Namen dann im Gottesdienst und erklärt der Gemeinde, warum man diesen Namen ausgewählt hat.

Wir wurden gleich bei unserer Ankunft über diese Tradition informiert und ich war sehr dankbar, als ich erfuhr, dass eine der Tanten der Braut mir hierzu Vorschläge machen wollte. Bis dato war dies jedoch noch nicht geschehen. 

Dann kam aber eine weitere neue kulturelle Erfahrung. Die Familien der Brautleute müssen auch einen Namen für die zukünftigen Kinder benennen.

Die Familie der Braut für die mögliche Tochter und die Familie des Bräutigams für den möglichen Sohn. 

Nach einem Austausch mit unseren Freunden fiel unsere Wahl auf Raphael in Anlehnung an den Erzengel. Mit der Findung des neuen Namen  für die Brautleute waren wir jedoch noch nicht weiter gekommen.

Da wartete noch viel Arbeit auf uns am Samstag. 

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16. Juli 2011

Zum Glück mussten wir an diesem Tag nicht nach Papeete fahren. Wir waren vom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag ununterbrochen beschäftigt und ich will hier niemanden mit den Einzelheiten langweilen.

Es gab jedoch noch ein besonderes Erlebnis an diesem Tag. Zwischen den verschiedenen Aufgaben die zu erledigen waren, besuchten wir die Hochzeitsfeier von Yolande und Renzy. Yolande ist die Schwester von unserer Gastgeberin Elvina. Wir waren nun bei 2 Hochzeiten eingeladen und bekamen einen ersten Eindruck, was uns nun morgen bei dem Hochzeitsfest von Olivier und Moerava erwartete. 

Yolande und Renzy leben schon seit einigen Jahren zusammen und haben einen Sohn Hotmarii, 6 Jahre alt. Eine kirchliche Trauung fand nicht statt.

Leider konnten Evelyne und ich das Fest nicht so unbeschwert wie unsere Freunde geniessen, da noch Arbeit an diesem Tag vor uns lag. Dennoch waren wir hier wieder von der unglaublichen Gastfreundschaft und der tollen Stimmung beeindruckt.

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17. Juli 2011

Heute nun ist der grosse Tag, an dem unser Sohn Olivier und seine Verlobte den Bund der Ehe eingehen wollen.

Gemäss der Sitte des Landes schlief der Bräutigam in der Nacht vor der Trauung bei seiner Familie. Ab 5:00 Uhr morgens lief der Countdown für die Hochzeit.

Um 8:00 Uhr fuhr der Bräutigam mit seiner Mutter zum Haus der Braut und die Hochzeitsgesellschaft fuhr im Konvoi hinterher. 

Nun durften der Bräutigam und wir die Braut sehen und gemeinsam fuhren wir zum Standesamt. Dort erwarteten uns der Stv. Bürgermeister und die Standesbeamtin.

Es war eine Ausnahme, dass das Standesamt am Sonntag geöffnet wurde. Am Samstag gab es schon 2 weitere Trauungen. Da die Familien sehr gross sind - unsere Schwiegertochter hat noch 2 jüngere Schwestern und 3 Brüder, die Mutter der Braut hat noch 6 Schwestern und 7  Brüder - und damit alle Familien die knappen, logistischen Möglichkeiten des Ortes nutzen können, wurde ausnahmsweise die Trauung an einem Sonntag vollzogen. 

Die standesamtliche Trauung erfolgte nach den gesetzlichen Bestimmungen Frankreichs, selbstverständlich unter dem Portrait von Präsident Sarkozy und schloss ab mit der Übergabe des Familienbuches an den frisch gebackenen Ehemann. 

Vom Standesamt ging es direkt zur protestantischen Kirche von Vairao, wo uns bereits eine grosse Anzahl von Gästen erwartete, die aus Papeete angereist waren. 

Normalerweise dauert der Gottesdienst 1,5 Stunden am Sonntag, heute waren es 2,5 Std. Die Kirche war am Tag zuvor von den Frauen der Gemeinde festlich mit Blumen geschmückt worden. Unser Freund Amin, hat alles mit seiner Kamera festgehalten und die Fotos findet man unter "Hochzeit" auf dieser Site.

Die Predigt hielt der Präsident des zweiten Distrikts, Monsieur Mitkam Tapati, vergleichbar in der reformierten Kirche mit dem Superintendent. Nicht nur die Predigt, sondern auch die Ansprachen von der Generalsekretärin der Kirche, Céline Hoiore, und ihrem Mann, Joel Hoiore, Leiter des Pastoral Kollegs, an dem Moerava studiert hat, zeichneten sich dadurch aus, dass überall viel Humor mitschwang und,  somit die Gemeinde herzhaft lachte und die vorhandene Anspannung bei dem Brautpaar, seinen Familien und den Gästen abgebaut wurde. Bei diesen Momenten gibt es viele Emotionen - man lässt nun von seinem Kind los und bekommt gleichzeitig ein neues Kind hinzu, unsere Schwiegertochter. 

Auch heute gab es wieder 5 Chöre, der 5 verschiedenen Gross-Familien, und  hinzu kam noch der Kirchenchor. Ein richtiges Wettsingen fand auch diesmal wieder statt.

Die Lieder werden mittels Beamer an die Wand projiziert, damit spart man sich teure Gesangbücher; ansonsten werden nur die Lieder gesungen, die bekannt sind. Da spürt man schon den Unterschied zu unseren Gottesdiensten. Es singen fast alle mit und die Stimmung, geprägt von Freude und Zuversicht, ist grösser. Der Gottesdienst ist einfach lebendiger!

Ich hatte dann die Ehre, den neuen Namen des Brautpaares zu verkünden, Te anuanua - der Regenbogen.

Der anschliessende Applaus bestätigte uns in der Richtigkeit der Namens-Wahl.

Es war ja überhaupt nicht einfach für uns gewesen, einen Namen zu finden, da wir ja die Sprache Tahitis nicht kennen. 

Nach dem Gottesdienst wurde dann zusammen mit den Gästen, ca. 400 Personen, das Mittagessen eingenommen. Die mehrwöchigen Vorbereitungen der Brautfamilie, mi der Braut mit Unterstützung von Freunden, war mehr als gelungen. Es schmeckte alles sehr, sehr gut. Ungewöhnlich für uns war nur, dass auch diesmal mit den Händen gegessen wurde, und es gab für die Gäste aus Europa keine Alternative, sprich Besteck.

Ein kleine Kapelle spielte Musik auf - für unsere Ohren vielleicht etwas zu laut, aber dies tat der guten Stimmung keinen Abbruch,  die nur noch durch die strahlenden und glücklichen Gesichter der Brautleute übertroffen wurde..

Auch hier gab es wieder einige Ansprachen: vom Onkel der Braut, der als Diakon für die Kirche arbeitet und das Mittagessen mit einem Gebet eröffnete. Frédéric überbrachte die Glückwünsche und Grüsse von Oliviers Freunden aus Genf, und der Stv. Leiter des Pastoral Kollegs, Monsieur Gaston Marama, überbrachte  die Glückwünsche der Professoren und Studenten. 

Abgesehen vom Ehrentisch gab es keinen Alkohol zum Mittagessen, später allerdings gab es Bier für die Gäste. Abgeschlossen wurde der Tag mit einem kleinen Feuerwerk, das wir in der letzten Woche in Papeete eingekauft hatten. Zuvor wurde ordentlich das Tanzbein geschwungen.

Am Ende des Abends waren dann alle nur noch müde, aber sehr zufrieden und glücklich, dass dieser Tag so schön verlaufen war und auch das Wetter mitgespielt hatte und kein einziger Regentropfen während des Tages gefallen war.

Morgen nun fliegen wir nach Bora-Bora und werden uns dann richtig von den Anstrengungen der ersten Woche unseres Aufenthaltes erholen und Urlaub machen.

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18. Juli 2011

Nachdem nun die Hochzeitsfeierlichkeiten vorbei waren und obendrein noch sehr beeindruckend waren, fuhren wir in richtiger Urlaubslaune zum Flughafen, um von dort nach Bora-Bora aufzubrechen.

Der Flug dauert 50 Minuten und nach 40 Minuten Flugzeit kann man schon die ersten Nachbarinseln aus der Luft sehen. Ein erster Eindruck von der Schönheit des Meeres, das sich durch die verschiedenen Farbtöne des Wassers ausdrückt:

türkis, grün, dunkelgrün, blau, dunkelblau, - abhängig von der Tiefe des Meeres.

Wir flogen über Raiatea und Huahine nach Bora-Bora. Der Flughafen wurde von den Amerikanern errichtet. Diese hatten 1942 Bora-Bora besetzt, mit Zustimmung der französischen Exilregierung. Der Flughafen liegt im Norden der Insel auf einem Motu, einer kleinen, vorgelagerten Insel. Von dort geht es dann mit der Fähre zur Hauptinsel. Man bekommt sofort bei der Ankunft die ganze Schönheit der Insel zu Gesicht. Hier lebt der Mythos von Bora-Bora noch. Kommt man auf die Hauptinsel, wird das Ganze wieder realistischer. 

Auch hat die Finanzkrise Folgen für den Tourismus auf Bora-Bora gehabt. Die Besucherzahlen sind rückläufig. Die meisten Touristen kommen aus Japan und den USA, gefolgt von Australien und Neuseeland. Wir trafen viele Europäer - Italiener, Franzosen, Spanier und auch einige Deutsche.

Viele Hotels haben in den letzten Jahren geschlossen. Es gibt keinen Club Med mehr, wie in Moorea,  und auch das Novohotel ist seit letztem Jahr zu. Zwei weitere Hotels wurden ebenfalls im letzten Jahr geschlossen, und das erste grössere Luxushotel Bora-Bora steht schon seit einigen Jahren als Bauruine in der Landschaft. 

Wie auf Moorea, das aber wesentlich gepflegter wirkt, führt eine Strasse, die rund um die Insel führt. Maximale Geschwindigkeit auf den Inseln ist generell auf 60 km/h begrenzt, oft aber sind nur 40 km/h erlaubt. 

Die Fähre bringt die Touristen direkt vom Flughafen in den Hafen der Insel-Hauptstadt, nach Vaitape. Der schönste Strand auf der Hauptinsel befindet sich in Matira. Hier stehen auch die Luxus-Hotels der Hauptinsel. 

So genossen wird dann am Nachmittag den weissen Sandstrand von Matira.  Gegen 18:00 Uhr beobachteten wir einen weiteren, wunderschönen Sonnenuntergang.

Da unsere Gruppe zu gross war für das uns angebotene Gästehaus, entschlossen sich Amin und Regina, ein Hotelzimmer zu buchen. Paul, Gudrun, Frédéric, Evelyne und ich blieben in Anau. Von dort waren es nur 4 km zum Softitel von Regina und 2 km zum Anlegepunkt für das Wassertaxi, dass Amin zum Eden Beach brachte. Das Eden Beach befindet sich auch auf einem Motu - Piti Aau.

Am Abend verschafften wir uns einen ersten Überblick über das Nachtleben von Bora-Bora. Alles sehr bescheiden. In Vaitape findet im Juli ein 4-wöchiges Festival statt. Dafür gibt es eine Arena für 2’000 Zuschauer. Hinter der Arena sind lange Hütten aus Stroh aufgebaut, die typische Architektur Polynesiens. Neben verschiedenen Restaurants ist dort auch eine Diskothek vorhanden

Für die Kinder und Jugendliche gibt es Schiess-, Los- und Wurfbuden. Spielzelte mit Tischfussball und Flippermaschinen runden das bescheidene Angebot ab. 

Bora-Bora hat 9’000 Einwohnern und 56’000 Touristen werden dieses Jahr erwartet, jetzt wieder Tendenz steigend. Einige der Luxushotels unterhalten Hotelanlagen sowohl auf der Hauptinsel als auch auf den Motus.   So auch das Sofitel, und das Intercontinental. 

Mit einem ausgezeichneten Abendessen bei Irene liessen wir den Abend und unseren ersten Tag auf Bora-Bora ausklingen.

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19. Juli 2011

Strahlender Sonnenschein, aber auch sehr viel Wind. Nachdem ich endlich einen Laden mit Brot, Schinken und Marmelade für das Frühstück gefunden hatte, bekamen wir noch einige hilfreiche Informationen von unseren Gastgebern, Herehia, ihrem Freund Auguste und ihrer Cousine.

Wir  erkundeten die Insel zunächst per Auto und vergewisserten uns, dass wir auch wirklich die schönsten Strandplätze gefunden hatten. Viele Touristen sind mit dem Fahrrad unterwegs. Dies kann aber unter Umständen sehr anstrengend sein, da es sehr viele Steigungen, bzw. Abfahrten gibt. Auch ist es, trotz vorhandener Fahrradwege, nicht ganz ungefährlich, da nicht jeder Autofahrer auch die Fahrradwege respektiert, besonders die grossen Pick-Ups haben auf Grund Ihrer Grösse damit ein Problem. Wie auf Tahiti, werden auch auf den Inseln mehr Vierrad-Fahrzeuge gefahren, gegenüber dem normalen PKW. Diese sind in der Regel kleinere Fahrzeuge, mit denen man selten Parkplatz-Probleme hat. 

Die öffentlichen Strände sind alle sehr gepflegt. Es gibt Duschen und Toiletten und in unmittelbarer Nähe findet man auch ein kleines und in der Regel gutes Restaurant, das als SNACK gekennzeichnet ist. Für 18,00 Euro bekommt man ein gutes Mittagessen, allerdings ohne Vor- und Nachspeise, Getränke (kein Alkohol) inbegriffen. 

Am Abend waren wir wieder beim Festplatz und haben diesmal bei "Chez Papa" typische Gerichte Polynesiens serviert bekommen. Ausgezeichnet zubereitet und sehr gut im Geschmack; z.B. Huhn mit Zitrone, Fisch Mahi-Mahi, lackierte Ente und selbstverständlich rohen Thunfisch in Kokosnussbrei.

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20. Juli 2011

Ein Teil der Gruppe hatte sich heute für einen ganztägigen Bootsausflug entschieden.

Punkt 09:30 Uhr war Abfahrt vom Sofitel. Insgesamt bestand die Reisegruppe aus 16 Personen, ausser uns waren Paare aus Italien, Spanien, USA und Frankreich  vertreten, viele Hochzeitsreisende.

Unsere beiden Kapitäne, nennen wir sie einmal Tom u. Jerry, sorgten für eine ausgezeichnete Stimmung an Bord. Zunächst fuhren wir in südlicher Richtung auf Matira zu und dann in Richtung Ozean. Hier war das Füttern von Haien (Black-tip sharks) angesagt. 

Die netten Fische erwarteten uns schon, bzw. das Futter. Frédéric sprang als erster ins Wasser und versuchte, mit seiner Unterwasserkamera, die mit einem Band am Kopf befestigt wird, einige Impressionen vom Shark-Feeding einzufangen.

Die Haie waren zwischen 1 und 1,5 m gross und absolut friedlich, wenn man sie nicht unbedingt berühren wollte. Neben den Haien trafen auch sofort einige Seevögel ein, die vom Futter etwas abbekommen wollten. 

Von dort fuhren wir dann am Ostufer der Insel entlang, gegen Norden. 

Wir erhielten einige Erklärungen zu den verschiedenen Hotels auf den Modus und zur Geschichte von Bora-Bora. Garniert wurde das Ganze mit verschiedenen musikalischen Einlagen - mit dem Banjo-Ukulele und einer wunderschönen Muschel, die auch dem Kapitän auch als "Nebelhorn" diente

Seitdem sich die Luxushotels auf den Motus befinden, können die Einheimischen dort nicht mehr fischen und auch keine Kokosnüsse mehr ernten. Die Kokosnüsse sind nicht so wichtig, davon gibt es wenige auf den Motus, jedoch das Fischen ist für viele Einheimische Beruf und ernährt die Familie. Landwirtschaft wird wenig auf Bora-Bora betrieben. Die meisten Einheimischen arbeiten in der Tourismusbranche, sei es als Touristenbegleiter, Bootsführer oder in den Hotels.

Unterwegs konnten wir noch eine verrostete Flugabwehrkannone der Amerikaner bestaunen, die zur Verteidigung Bora-Bora's im 2. Weltkrieg diente. 

Die Amerikaner hatten von der Küste der Hauptstadt der Insel aus, ein Metallseil zu dem gegenüberliegenden Motu gespannt, an dem die Schiffe festgemacht wurden und ein Anker nicht gesetzt werden musste. Bei Überraschungsangriffen durch die Japaner war man so schneller wieder manövrierfähig. 

An der Westküste liegen dann auf den verschiedenen Motus weitere, wunderbare Luxushotels. Im Vergleich, besonders zu Asien, ist der Service hier weniger gut. Die Ausstattung der Hütten lässt aber nichts zu wünschen übrig; Luxus pur. 

Für das Mittagessen unterbrachen wir unsere Fahrt auf einem kleinen Motu, der Mai Moana Insel. Dort befindet sich auch ein typisches französisches Ferienlager für Kinder, wie es unsere Söhne jedes Jahr in jungen Jahren geniessen konnten.

Das als Pique-Nique deklarierte Mittagessen war ausgezeichnet und sehr reichhaltig. Neben Rindfleisch gab es Huhn und Fisch mit Reis, und als Nachtisch Ananas und Wassermelonen. An Getränken wurden auch Weiss-, Rot- und Roséwein serviert und selbstverständlich das ausgezeichnete einheimische Bier, HINANO. 

Wir hatten genug Zeit zum Baden und auch eine kleine Siesta war möglich. Anschliessend ging es zur Rochen-Fütterung. Hier war es wie bei den Haien, die Tiere warteten schon ungeduldig auf ihr Futter und diesmal waren es 2 Haie, die auch etwas abbekommen wollten. Kapitän Jerry spielte mit den Rochen und wir konnten die Rochen anfassen, bzw. streicheln. Lediglich den Schwanz der Roche darf man nicht berühren. Ein Stich davon kann tödlich sein, denn der Roche zielt immer aufs Herz des Feindes. Von dort aus ging es zu einem Korallengarten, der sich direkt hinter dem Motu des Sofitel befindet. Grosse Fischschwärme in wunderschönen Farben erwarteten uns hier. Die Fische verlassen den Garten nicht, bietet er ihnen doch einen vorzüglichen Schutz vor Feinden. 

Danach legten unsere beiden Kapitäne noch einmal musikalisch los und mit viel Stimmung ging es zurück zum Anlegesteg des Hotels.

Ein wunderbarer Tag, bei dem nicht nur das Preis-Leistungsverhältnis stimmte.

Da einige unserer Freunde uns am nächsten Tag verliessen, um die Heimreise bzw. Weiterreise nach Tikehau und Rangiroa anzutreten, nahmen wir den Abschiedstrunk in der berühmtesten Bar von Bora-Bora ein, dem Bloody Marys.

Zahlreiche Filmschauspieler waren hier schon zu Gast und an diesem Abend war es Megan Fox. 

Die Bar hat auch ihren Mythos, und dieser ist erhalten geblieben, im Gegensatz zu anderen Dingen. Interessant waren nicht nur die Bar und das Restaurant selbst, auch die Toiletten hatten eine lustige Einrichtung, besonders das Waschbecken, hat mich sehr beeindruckt. Mehrere übereinander aufgestapelte Steine lassen einen angenehmen kleinen Wasserfall zu, der mittels einer Kordel ausgelöst wird, vergleichbar mit den alten Toilettenspülen.

Wie bereits erwähnt, ist im Juli Festival-Stimmung mit dem "Heira"  auf Bora-Bora angesagt. An diesem Abend trat eine der 5 Volkstanzgruppen des Ortes auf. Das rund 1,5-stündige Programm war abwechslungsreich und auch die Kostüme der Tänzer und Tänzerinnen waren sehenswert. An diesem Abend trat auch die Cousine unserer Gastgeberin, die Mitglied deiner Tanzgruppe ist, auf. Der Verein hat aber auch eine soziale Aufgabe und kümmert sich um die Kinder von weniger gut bemittelten Familien. Der Tourismus auf Bora-Bora ist nicht für alle Einheimische ein Segen. 

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21. - 22. Juli 2011

Zwei weitere schöne Tage am Strand vom Sofitel und vom Eden Beach, in dem unser Freund Amin wohnte, der uns für den letzten Tag auf "sein" Motu eingeladen hatte.

Am Morgen ging ich um 05:45 Uhr auf die Seite des Motu, wo der Pazifik direkt den Strand bildet. Wilde, starke und laute Brandung, überhaupt nicht vergleichbar mit der Strandseite gegenüber der Hauptinsel. Dort konnte ich einen wunderbaren Sonnenaufgang verfolgen (siehe auch die Fotoseite).

Das Eden Beach hat 12 typische Ferienhütten. Nicht mit Luxus, sondern zweckmässig und liebevoll ausgestattet. Es gibt keinen Fernseher, und auch keinen Haartrockner im Bad .

Der Strom wird nur über eine Solaranlage gewonnen, Wasser wird aufbereitet. Die Elektrizitätswerke wollten für die Verlegung eines Stromkabels von der Hauptinsel zum Motu 250’000 $. Für die Verlegung der Telefonleitung wurden 50’000 $ bezahlt. Im Internet findet Ihr unter www.boraborahotel.com und unter www.borabora.net weitere Informationen. Mit 160,00 € pro Nacht / pro Bungalow, im Verhältnis zu den Luxushotels, ein guter Preis. Internet ist auch vorhanden, kostet 10 CHF pro Tag, also relativ günstig; ansonsten zahlt man für die Benutzung eines öffentlichen Hotspot  Mana oder WDG zwischen 5 - 6 CHF für die Stunde.

Am späteren Nachmittag war dann leider der Abflug nach Papeete vorgesehen, gerade in dem Moment, wo so langsam Urlaubsstimmung aufkam.

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23. Juli 2011

Den Samstag verbrachten wir, nachdem nun alle Freunde weitergereist, bzw. wieder die Heimreise angetreten hatten, mit dem Onkel unserer Schwiegertochter. Zuvor jedoch besuchten wir zwei Sehenswürdigkeiten. An der Ostküste brandet das Meer in eine Bergwand mit einem grossen Loch. Dabei entsteht ein wunderbares Echo, vergleichbar mit  einem grossen Abfluss, in dem bei dem letzten abfliessenden Wasser Soggeräusche entstehen, nur hier etwas lauter und musikalischer. Man findet dieses Phänomen hier öfters - dann "dampft" es  aus dem Loch in der Strasse, bzw. der Bergwand. Danach ging es in das Gebirge, wo drei Wasserfälle zusammenfliessen. Eine wunderschöne Natur, und vor allem eine herrliche, tropische Waldluft, sowie der beeindruckende Anblick der Wasserfälle entschädigen für einen mühsamen Aufstieg. 

Moeravas Onkel besitzt eine Vanille-Plantage. Wir kannten die damit verbundene Arbeit bereits von unseren Gastgebern auf Moorea:  Manchmal müssen an einem Tag 1’000 Vanilleblüten "verheiratet" werden - keine leichte Arbeit. Hier erfuhren wir nun, dass ein Kilo Vanille für 40 CHF verkauft wird. Nicht besonders viel, wenn wir zu Hause für eine Stange Vanille im Reagenzglas 5 CHF bezahlen müssen. Jedoch scheint Moeravas Onkel sein Geschäft zu verstehen und kann sich, seiner Frau und seinem Sohn dadurch einen gehobenen Lebensstandard bieten. 

Anschliessend ging es zum Strand, wo das Mittagessen auf dem Grill zubereitet wurde. 

Der Strand war für mich eine Überraschung - zum ersten Mal sah ich einen pechschwarzen Sandstrand. Klar, wir sind auf einer Vulkaninsel.

Ein weiterer angenehmer Urlaubstag.

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24. Juli 2011

Heute war in Vairao ein ganz besonderer Gottesdienst angesagt: Eröffnung der Synode der Église Protestante Maòhi. Ca.1’000 Besucher hatten sich zum Gottesdienst in der örtlichen Sporthalle versammelt. Wieder ein farbenprächtiges Bild, das die Besucher boten, und der Gesang kam ganz und gar nicht zu kurz. Immerhin waren diesmal 9,  sich im Wettsingen befindliche Chöre anwesend. Die Predigt hielt der Kirchenpräsident des 2. Distrikts, der auch anlässlich Oliviers und Moeravas Hochzeit gepredigt hatte. Diesmal gab es aber keine humorvolle Predigt, sondern viele Appelle.

Zunächst an die Pastoren, immer für die Anliegen der Gemeindemitglieder einzutreten. Hierzu wurde Salomon zitiert, der nach der Bibel von Gott im Schlaf angerufen wurde, warum er schliefe, wenn er, Gott, arbeiten müsse. 

Der nächste Appell richtete sich an die anwesenden Minister der Regierung. 

Die Route an der Westküste entlang, von Papeete nach Vairao, führt durch den Ort Paperi. Die Regierung plant hier den Bau eines Zentralgefängnisses für Tahiti, wogegen die Kirche klar Stellung genommen hat. Man will verhindern, dass die Gefangenen, die zur Zeit auf den verschiedenen Inseln inhaftiert sind, dadurch den Kontakt zu den Angehörigen verlieren.  Gegenwärtig liegen die Gefängnisse dezentral, und bei 118 Inseln, die Tahiti umfasst, wäre die Errichtung eines Zentralgefängnisses zukünftig mit weniger Kosten verbunden. Tahiti ist stark verschuldet, trotz der 180 Mio. €, die Frankreich jedes Jahr zahlt. 

Der Gegenvorschlag der Kirche ist, für die Gefangenen eine landwirtschaftliche Genossenschaft zu gründen, die zur Resozialisierung dient und gleichzeitig mehr lokale Früchte und Gemüse für die heimische Bevölkerung produziert. Experten haben einen Zusammenhang zwischen dem Import ausländischer Lebensmittel und der zunehmenden Krebsrate festgestellt. Mit der Ankunft der französischen Supermärkte und den einschlägigen Fastfood-Restaurants haben sich die Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung verändert. Wenn man die Strassenbilder beobachtet, leiden bestimmt 60% der Bevölkerung an starkem Übergewicht. 

Der Gottesdienst dauerte 3 Stunden; anschliessend wurden alle Besucher in der örtlichen Grundschule verköstigt. Ein ausgezeichnetes und reichhaltiges Mittagessen wurde serviert und natürlich wurde auch an diesem Sonntag wieder mit den Händen gegessen. Lediglich für die Verteilung der verschiedenen Speisen war ein Löffel vorhanden. 

Den Nachmittag verbrachten wir mit der Familie unserer Gastgeberin am Strand. Ein sehr erholsamer Sonntag, der mit einem ausgezeichneten Abendessen in grosser Runde  abschloss. 

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25. Juli 2011

Heute stand wieder ein Besuch in Papeete an. Gemeinsam mit unserem Sohn und seiner Frau wollten wir einige administrative Dinge erledigen. Evelyne, Frédéric und ich wollten auch nach ein paar Souvenirs Ausschau halten. 

Neben den schönen Pareos - hiervon hatten wir schon einige auf Moorea mit Gaugin-Motiven gekauft - deckten wir uns mit T-Shirts von Hinano ein, Massageöl mit Vanille-, Bambus- und Kokosnussduft für den Körper und die Haare. Auf Bora-Bora hatten wir schon passende Schnallen für die aus Muscheln hergestellten Pareos  und die dazu passenden Halsketten, deren Anhänger ebenfalls aus Muscheln bestehen, gekauft. Vom Kauf schwarzen Perlenschmucks nahmen wir Abstand, da wir den Wert der einzelnen Perlen nicht nachvollziehen konnten.

Ausserdem besuchten wir auch die Kirchenverwaltung in Papeete. Dabei fiel uns das Büro des deutschen Honorarkonsuls auf, das sich direkt gegenüber der Hauptkirche in einem Steinmetzbetrieb befindet. Leider war das Büro geschlossen und den Honorarkonsul konnten wir nicht persönlich kennen lernen.

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26. Juli 2011

Heute waren wir zu einem Bootsausflug von Renzy, dem Schwager unserer Gastgeberin, eingeladen. Zusammen mit seiner Frau Yolande, dem Sohn Hotmarii und unserem Gastgeber Gustave fuhren wir vom Hafen in Teahupo'o in einem kleinen Motorboot, mit einem 60 PS starken Aussenbordmotor, an der Küste entlang. Das  Boot dient hauptsächlich zum Angeln und sonntags trifft man sich dann an einem der schönen Strände, die nur vom Meer aus erreichbar sind, zum Familienfest. Unsere Freunde hatten neben dem berühmten Bier der Insel auch noch genügend Lebensmittel eingepackt, die uns ein sehr genüssliches Mittagessen ermöglichten. Renzy ist ein sehr erfahrener Bootsführer und die Überfahrt auf das offene Meer, hinter dem Korallenriff, verlief ziemlich ruhig. 

Vor dem Mittagessen besuchten wir die Grotte von Vaipoiri. Mehr hierzu, jedoch nur in Französisch, unter www.tahitiheritage.pf .

Nach dem Mittagessen ging es dann zurück auf das offene Meer. Teahupo'o ist in der Welt der Wellenreiter ein fester Begriff - sozusagen das Mekka der Surfer. Jedes Jahr, um den 20. August herum, findet hier der spannendste Wettkampf der 44 weltbesten Wellenreiter/Surfer, statt, mit einer einmaligen Ambiente, kombiniert mit den perfektesten und  gefährlichsten Wellen der Welt. Auf der Fotoseite zu diesem Eintrag seht Ihr auch den Beobachtungsturm für die Schiedsrichter. 

Renzy zog seine Taucherbrille, Schnorchel und Flossen an und begann, in 6 -10 m Tiefe Burgo-Muscheln einzusammeln. Nach insgesamt 6 Tauchgängen lagen 12 Burgos, so heissen diese grossen Muscheln, im Boot. Nach unserer Rückkehr zeigte er uns, wie die Muscheln geöffnet werden, um dann mit der Hand das köstliche Fleisch aus der Muschel zu entfernen. Das Fleischstück, das am Ende übrig bleibt, wird in kleine Stücke geschnitten und mit viel Zitronensaft angereichert. Ein ganz toller Geschmack, sehr sättigend und auch für den Aperitif hervorragend geeignet.

Mit einem Abendessen – wieder in grosser Runde - schlossen wir diesen erlebnisreichen Tag ab. Es war gleichzeitig auch das Abschiedsessen mit unseren neuen Freunden in Vairao. Neben Wein, selbstverständlich aus Frankreich, schmeckte uns auch an diesem Abend wieder das ausgezeichnete Hinano Bier. Die Brasserie de Tahiti zählt zu den grössten Unternehmen der Insel. Neben Bier und Mineralwasser hat sie auch die Lizenz zur Abfüllung von Coca-Cola. Der Hauptsitz des Unternehmens, der sich direkt gegenüber der Kathedrale befindet, unterhält dort auch eine Boutique mit T-Shirts, Jacken, Gläsern, Bademoden etc.. Sehr attraktive Produkte und gleichzeitig auch geeignete Souvenirs.

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27. Juli 2011

Heute nun heisst es Abschied nehmen: um 23:45 Uhr ist unser Rückflug von Papeete über Los Angeles nach Frankfurt und dann über München weiter nach Genf angesagt. 

Nachdem die Koffer gepackt und mit einer Handwaage die Gepäckstücke gleichmässig auf 23 kg aufgeteilt waren, verliessen wir um 11:00 Uhr Vairao. Unsere Gastgeber hatten es sich nicht nehmen lassen, uns ein sehr üppiges Frühstück vorzubereiten  an dem auch ein Teil der Grossfamilie anwesend war. Es sollte an diesem Tag ja nur der erste Abschied sein, dieser war dann aber auch für uns alle sehr wehmütig. Welch freundliche und ganz liebe Menschen hatten wir hier getroffen; mit ganz, ganz grosser Herzlichkeit wurde uns eine bisher noch nie erlebte Gastfreundschaft zu Teil.

Zusammen mit Olivier und Moerava sahen wir uns noch einmal den Markt von Papeete an, das Rathaus, und spazierten durch die Stadt zum Hafen. Am frühen Abend füllte sich der Platz im Park Bougainville mit rollenden Restaurants. Innerhalb kürzester Zeit entstand eine sehr abwechslungsreiche Restaurantlandschaft. Neben Crêpes, Sushi  und Eis wurden chinesische und tahitianische Spezialitäten angeboten. 

Das war dann auch gleichzeitig das Abschiedsessen mit unserem Sohn und unserer Schwiegertochter und wir hatten, trotz aufkommenden Abschiedsschmerzes, ein sehr gutes und unterhaltsames Abendessen.

Nicht geschafft haben wir einen Besuch der Matavi-Bucht. Hier sollen die ersten Europäer gelandet sein. Nun, dies werden wir dann bei unserem nächsten Besuch nachholen.

Anschliessend ging es zum Flughafen und dort erwarteten uns schon unsere Gastgeber aus Vairao. Elvina und Gustave, Yollande und Renzy, mit Sohn Hotmarii, Micheline, Hedi und Thomas mit Töchterchen Mihiau. Und auch John hat es sich nicht nehmen lassen, trotz einer langen und anstrengenden Sitzung der Nationalversammlung sich  persönlich von uns zu verabschieden. Bedauert haben wir nur, dass Tamateau und Ravanui nicht kommen konnten. 

Es war ein sehr schmerzvoller Abschied. So schnell werden wir ja Tahiti und somit unseren Sohn und unsere neugewonnene Schwiegertochter nicht wieder sehen.

Pünktlich um 23:45 Uhr  hob der Airbus A 340 der Air Tahiti Nui ab und wir flogen zunächst nach Los Angeles.

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Fazit und hilfreiche Informationen:

Auch wenn man keine Familienbande auf Tahiti hat - eine Reise dorthin lohnt sich auf jeden Fall. Trotz aller Ungewohntheiten ist es eines der wenigen Paradiese auf unserem Planeten.

Das Klima ist mild und warm. Ab Juli wird es am Abend frischer, die Tagestemperatur von 28º C fällt auf 22-24º C.

Neben den für den Tourismus bekannten Inseln sollte man sich auch Zeit für einen Besuch der  Hauptinsel Tahiti-Nui mit der Halbinsel Tahiti-Iti nehmen.

Billig ist Tahiti nicht. Es werden keine direkten Steuern erhoben, alles wird über indirekte Steuern auf die Waren erhoben. Auf Exporte werden in der Regel 30% Zoll gezahlt.  Dieser wird an die Verbraucher weitergegeben und somit zahlen die Touristen kräftig mit. Der Handel ist fest in chinesischer Hand und es würde mich nicht wundern, wenn es hier auch Preisabsprachen gibt, denn grosse Preisunterschiede in den Geschäften konnten wir nicht feststellen. Der Tahitianer selbst zeichnet sich nicht unbedingt durch Geschäftstüchtigkeit  aus. Aufgefallen ist mir auch, dass in den Hotels und auch in den Geschäften meistens Frauen das Kommando haben. 

Die Qualität der Strassen ist recht unterschiedlich. Als Mietwagen empfiehlt sich auf jeden Fall ein Geländewagen. Diese sind aber bei den Mietwagenanbietern (die Fahrzeuge sind teuer) nicht sehr zahlreich vorhanden und es empfiehlt sich nach Möglichkeit eine sehr frühzeitige Reservierung. Das Benzin ist relativ günstig, der Liter kostete 1,60 CHF, also billiger als momentan in der Schweiz.

Achtung bezüglich Mobiltelefon: viele europäische Anbieter haben kein Roamingabkommen mit Vini. BlackBerry funktioniert nicht. Das Mobilnetz wird aber ausgebaut und somit kann diese Info vielleicht schon in 2012 überholt sein. 

Bargeldumtausch wird in den Banken vorgenommen, jedoch ist es sehr umständlich und dauert sehr lange. Bargeld mit EC-Karte funktioniert gut. Nicht jede Kreditkarte lässt Bargeldbezug am Automaten zu bzw. gibt nur eine bescheidene Menge an Bargeld ab. Am Besten hat unsere Carte Bleue aus Frankreich funktioniert. Auch muss man unbedingt die Öffnungszeiten der Banken beachten. In der Regel schliessen diese um 15:00 Uhr. Auch bei vielen Geschäften ist dies der Fall. Die Tage sind kurz, um 18:00 Uhr ist es dunkel. Dafür öffnen aber viele Geschäfte bereits um 07:00 Uhr morgens, Banken um 08:00 Uhr.

Wenn man nicht unbedingt in den Luxushotels absteigen will, empfehlen sich die kleinen Privatpensionen. Der öffentliche Transport ist gut ausgebaut, die Busse aber fahren nicht immer nach Fahrplan. Also ist Vorsicht geboten. 

Unbedingt sollten Sie einige kleine, nützliche Geschenke für die lieben Menschen dort mit ins Reisegepäck packen. Keine teuren Sachen z.B. kleine Portemonnaies, Arm- oder Halsbänder, Swatchuhren, Schweizermesser und auch Dinge, die sonst nur Touristen in Ihrem Land oder der Region kaufen. 

Die medizinische Versorgung auf Tahiti gilt als vorbildlich. Daher kommen immer mehr Ärzte aus Frankreich und lassen sich dort nieder. Papeete verfügt über ein hochmodernes Krankenhaus, das im letzten Jahr in Betrieb genommen wurde. Aufgefallen ist uns auch, dass es verhältnismässig viele Tierarztpraxen gibt.

Sollten Sie 2012 eine Reise nach Tahiti planen, seien Sie vorsichtig mit dem Reisetermin. Der Venusdurchgang (transit) vor der Sonne steht am 5. - 6.6. 2012 an. Die Venus wandert dann von der Erde aus gesehen über die Sonnenscheibe. Mehr dazu erfahren Sie unter http://www.venustransit.de Ein für Tahiti wahrhaft historischer Termin, verknüpft mit niemand Geringerem als James Cook. Schliesslich war der Venustransit 1769 der offizielle Grund für James Cooks Reise nach Tahiti. In Wahrheit ging es aber um die Entdeckung der Terra Australis.

In 2010 wurden die Touristen nach Tahiti gelockt, um dort eine  totale Sonnenfinsternis zu erleben. Flug- und Hotelpreise waren zu diesem Ereignis fast dreimal so teuer wie normalerweise. 

Für Ihre Reise sollten Sie unbedingt leichte Kleidung mitbringen, für die kühleren Abende genügt ein Pullover. Ein Regencape kann manchmal auch recht hilfreich sein. Selbstverständlich sollten Sie Taucherbrille, Flossen und Schnorchel nicht vergessen. Neben Sandalen sollten Sie auch feste Schuhe oder gute Turnschuhe/Baskets einpacken. Bei manchen Ausflügen, z.B in die Wälder und auf die Berge, sind Sandalen oder Flip-Flops nicht angebracht. 

Unbedingt müssen Sie einen Fotoapparat einpacken, damit Sie die postkartenschöne Landschaft und die anderen, oftmals farbenfrohen Plätze und bunt gekleideten Menschen fotografieren können. Neben einem normalen Fotoapparat hatte ich einen kleinen 3D-Fotoapparat mit. Das war ein sehr gute Idee, denn an passenden Motiven fehlt es hier nicht.

Und, ganz wichtig, denken Sie an entsprechende Produkte zum Schutz vor Insektenstichen. Besonders am Morgen und späteren Nachmittag sollten Sie sich einreiben und im Freien zusätzlich die Moskito-Keule anzünden. In den Hotelzimmern befinden sich häufig elektrische Geräte mit Ultraschalltechnik. Selbstverständlich hilft auch ein Moskitonetz im Zimmer.

Unsere Reise, inkl. Hotel- und Mietwagenreservierung, hatten wir mit Hilfe von Herrn Müller-Forwerk, Reisebüro Fernweh, Hamburg, geplant. Wir danken an dieser Stelle Herrn Müller-Forwerk sehr für seine gute Arbeit. Sie können ihn täglich ab 10:00 Uhr unter  +49 40 470001 oder per E-Mail: fernweh@t-online.de  erreichen. Auch an dieser Stelle ein Dank an die Lufthansa (Schweiz), Herr Oeschger, der uns bei der Umbuchung unserer Rückreise unterstützt hat.

Ganz besonders danken wir all unseren Freunden und Bekannten, die das junge Brautpaar mit grosszügigen Geschenken zur Hochzeit bedacht haben. Und - last but not least - ein ganz besonderer Dank an John Doom und seine Freunde, die uns auf Moorea beherbergt haben und an Oliviers Freunde, die sich auf Bora-Bora so liebevoll um uns bemüht haben. Selbstverständlich gilt unser tiefer Dank Moeravas Familie für die Hochzeitsvorbereitungen und ihre Bemühungen, unseren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Besonders dankbar sind wir über die ganz herzliche Gastfreundschaft und Oliviers liebevolle Aufnahme in seine „neue“ Familie.

Selbstverständlich erwähnen hier wir noch einmal Elvina und Gustave, Tamateau und Ravanui, Heidi und Thomas, Yolande und Renzy, die unseren Aufenthalt so angenehm gemacht haben und immer in Sorge waren, es könnte uns an etwas fehlen.

Und "last but not least" ganz besonders unseren Freunden, Amin, Regina und Paul und Gudrun, die uns auf dieser Reise begleitet und unterstützt haben.


Sollten Sie Sie noch weitere Fragen und Informationen wünschen, so lassen Sie uns diese per E-Mail zugehen.

I O R A N A

Tahiti-Flag



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ralph[at]tatu.eu       © Ralph Tatu 2014